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Envitec 98 feiert Jubiläum

Boom weicht gemäßigtem Investitionsklima
Envitec 98 feiert Jubiläum

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Die Vorbereitungen für die Envitec 98 sind beinahe abgeschlossen. Die Inhalte dieser internationalen Fachmesse für Umweltschutz und Entsorgung haben sich gegenüber der Vorveranstaltung im Jahre 1995 weiterentwickelt. Gegenüber damals greifen heute verstärkt produktionsintegrierte und nachsorgende Techniken ineinander. Damit wird Umweltschutz nicht mehr nur als reines Sammeln, Sortieren und Recyceln betrachtet, sondern schon als fester Bestandteil der Herstellung und Entwicklung von Produkten.

Heino Martin

Auf der Envitec 98 werden Fachbesucher aus allen Teilen der Welt bei über 1100 Ausstellern sowohl herkömmliche – in vielen Ländern noch an erster Stelle des Umweltschutzes stehend – als auch neue Technologien finden. Das Branchenverzeichnis setzt sich zusammen aus den klassischen Gruppen Abfallbehandlung und Wertstoffrückgewinnung, Altlastensanierung und Bodenaufbereitung, Wasseraufbereitung, Abwasserreinigung und Klärschlammbehandlung, Luftreinhaltung, Lärmminderung/Schallschutz sowie Meß-, Regel- und Analysensysteme. Daneben haben wir in Abstimmung mit den fachlichen Beiräten der Messe den Bereich Energiegewinnung und -nutzung als eigene Branche in das Warenverzeichnis aufgenommen. Unter ihm findet der Interessent Energienutzungsverfahren aus Abfall, Abluft und Abwasser sowie Anlagen und Verfahren zur Energiegewinnung aus Biomasse, Geothermie, Solarenergie, Wasserkraft, Windenergie und Deponiegas. Die Envitec 98 wird die Hallen 1 bis 8 des Düsseldorfer Messegeländes belegen; die Hallenaufteilung stellt sich wie folgt dar: Die Branchen Luftreinhaltung/ Lärmschutz teilen sich in die Hallen 1 und 2 auf, die Hallen 3 und 4 sind für die Bereiche Abfall, Altlasten und Boden reserviert, in der Halle 5 präsentiert sich die Branche aus dem Bereich Wasserbehandlung, die Hallen 6 und 7 stehen den Anbietern von Meß-, Regel- und Analysensystemen zur Verfügung und in der Halle 8 präsentieren sich die Aussteller im Bereich Energie. Insgesamt belegt die Envitec 98 eine Ausstellungsfläche von 85 000 Brutto-Quadratmetern (45 000 Netto) im Düsseldorfer Messegelände. Damit stellt die Envitec eine breite Palette von Anbietern vor, die Lösungen für den zum Teil dramatischen Umwelt-Notstand weltweit präsentieren.
Wachstumsmarkt Umweltschutz?
Unternehmensberater, politische Entscheidungsträger und internationale Organisationen sprechen gern und oft vom wachsenden Markt für Umweltschutz. Angesichts der weltweiten Umwelt- und Entsorgungsprobleme erscheinen die veröffentlichten Zahlen auch durchaus plausibel. Doch das damit skizzierte Marktvolumen hat bislang noch keinen Niederschlag in den Auftragsbüchern der europäischen Umweltindustrie gefunden. Die Nachfrage – vor allem aus dem Ausland – könnte angesichts der hervorragenden technischen Lösungen unserer Anbieter noch weitaus größer sein.
In vielen Ländern fehlen bislang rechtliche Vorgaben und Kontrollmechanismen, die Investitionen in den Umweltschutz vorantreiben könnten. Deviseneinnahmen sind oft von vornherein für infrastrukturelle Projekte verplant. Langfristig kann es sich jedoch kein Land dieser Erde leisten, die Umweltproblematik außen vor zu lassen. Es würde interne Schwierigkeiten mit einer Bevölkerung, die mehr Lebensqualität einfordert, ebenso riskieren wie Druck von außen, da Umweltverschmutzung bekanntlich nicht an Landesgrenzen haltmacht.
Am Ende des Lebenszyklus eines jeden Produkts steht die Frage „was kann erhalten werden?“. Wertstofferhalt und Recycling sind die erklärten Ziele der Entsorgungspolitik. Der Schutz von Ressourcen ist zum Dreh- und Angelpunkt geworden.
In der Abfallbehandlung setzt man zunehmend auf Wiederaufbereitung und Recycling. Die Aufbereitung von Werkstoffen mit dem Ziel einer Rückführung in den Produktionsprozeß wird in nahezu allen Entsorgungsbereichen betrieben.
Verstärkte Nachfrage besteht auch in den Bereichen Altlastensanierung und Bodenaufbereitung. Ihnen ist auf der Envitec eine eigene Angebotsgruppe vorbehalten, in deren Rahmen neben vielen anderen Lösungsmodellen auch biologische Verfahren, Naßverfahren sowie thermische Behandlungsmethoden präsentiert werden.
Im Bereich der Luftreinhaltung herrscht momentan rege Nachfrage nach Anlagen und Verfahren zur Abluft- und Abgasbehandlung, die die strengen Auflagen der Großfeuerungsanlagen-Verordnung sowie der TA Luft erfüllen.
Seit 25 Jahren Treffpunkt der Branche
Zum neunten Mal wird die Envitec vom 2. bis 6. März 1998 zum internationalen Treffpunkt ihrer Branche. Sie feiert in diesem Jahr ihren 25. Geburtstag in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Damit ist die Envitec eine der ältesten und renommiertesten Fachmessen für alle übergreifenden Umweltschutztechnologien. Zur Erstveranstaltung 1973, deren Schwerpunkte die Reinhaltung von Luft, Boden und Wasser sowie der Lärmschutz waren, kamen 360 Aussteller aus 14 Ländern. In den siebziger und achtziger Jahren setzte sich die kontinuierliche Aufwärtsentwicklung der Envitec fort. Einen ausgesprochenen Boom erlebte die Messe Anfang der neunziger Jahre. Damals überschritt sie erstmals die 1000-Marke bei der Zahl der Aussteller. Steigerungsraten, wie sie von den achtziger in die neunziger Jahre verzeichnet wurden, können für die kommenden Jahre jedoch ausgeschlossen werden. Der Boom sowohl der Envitec als auch der gesamten Branche ist einem gemäßigten bis zum Teil sogar schwachen Investitionsklima, wie ich es eingangs geschildert habe, gewichen. Wir rechnen mit einer auch weiterhin guten Ausstellerbeteiligung, die sich jedoch bei einer Gesamtausstellerzahl von etwas über 1100 einpendeln wird. Im Auslandsanteil werden wir in diesem Jahr stärker auftreten, denn über 20% der ausstellenden Unternehmen kommen aus dem europäischen Ausland und aus Übersee, hier vor allem aus der Schweiz, Österreich, den Niederlanden und Großbritannien.
Die Industrie beteiligt sich seit Beginn der Envitec nicht nur mit der Präsentation derzeit aktueller Umweltschutz- und Entsorgungstechnologien, sondern auch mit der Vorstellung der Technik von morgen. In diesem Jahr werden Forschungsprojekte aus den Einrichtungen der Industrie und den Umweltinstituten der Universitäten in der Sonderschau „Neue Technologien“ in Halle 7 gezeigt. Dort werden vor allem technologische Ansätze präsentiert, die zum Teil noch in der Projektstufe sind und erst in einigen Jahren auf den Markt kommen werden.
Öko-Effizienz als Ziel des Umweltmanagements
Unter diesem Titel steht die internationale Konferenz am 2. und 3. März während der Envitec 98. Öko-Effizienz wurde vom World Business Council for Sustainable Development (BCSD) als Management-Philosophie definiert. Sie soll die Wirtschaft anregen, konkurrenzfähiger und innovativer zu werden. Dies muß jedoch bei gleichzeitiger Verantwortung gegenüber der Umwelt geschehen. Mit dem Ziel der Öko-Effizienz entwickelt die internationale Industrie nun eigene Programme zur Vermeidung von Umweltverschmutzung und Abfall, während sie in der Vergangenheit hauptsächlich versuchte, die gesetzlichen Regelungen zu erfüllen. Dies geschieht sowohl im öffentlichen Interesse als auch zur Steigerung der Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Als öko-effizient werden Unternehmen bezeichnet, die auf dem Weg zu langfristig tragbarem Wachstum Fortschritte machen, indem sie ihre Arbeitsmethoden verbessern, problematische Materialien substituieren, saubere Technologien und Produkte einführen und sich um die effizientere Verwendung und Wiederverwendung von Ressourcen bemühen.
Ich denke, mit der Sonderschau „Neue Technologien“ und der begleitenden Konferenz zum Thema Öko-Effizienz präsentiert sich die Envitec in diesem Jahr attraktiver denn je. Die, in beiden Veranstaltungen aufgezeigten, interessanten Visionen und praktischen Entwicklungen werden den internationalen Fachbesuchern wertvolle Anregungen für die zukünftige Umweltschutzplanung ihrer Unternehmen mit auf den Weg geben können. Als Präsident der Envitec 98 möchte ich die Leser von chemie-anlagen + verfahren einladen, die Messe und die interessante und vielseitige Landeshauptstadt Düsseldorf in der Zeit vom 2. bis 6. März zu besuchen. Sie werden hier einen Überblick über das Know-how der weltweiten Umweltschutz- und Entsorgungsbranche erhalten und einen Blick in die Technologie der Zukunft werfen können.
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