Perfekt ausgerichtet

Nord und PSG entwerfen kupplungsfreie Verdrängungspumpen

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Bei einem Pumpenantrieb bereitet die Kupplung in der Regel die größten Probleme. Als die Nachricht kam, PSG würde für seine Produktmarke Blackmer an der Neukonstruktion einer ihrer Flügelzellenpumpen-Reihen arbeiten, hatten die Ingenieure von Nord Drivesystems die zündende Idee: Die Konstruktion einer Hohlwelle für die Nord-Stirnradgetriebe ermöglicht den kupplungsfreien Anschluss der Pumpen.

Für den Einsatz der Hohlwellenlösung habe es mehrere gute Gründe gegeben, bekräftigt PSG-Produktmanager Geoff VanLeeuwen. „Immer wenn es um zwei zu verbindende Wellen geht, müssen diese ausgerichtet bleiben – anderenfalls treten zusätzliche Lasten und eventuell Vibrationen auf, die die Lebensdauer des Produkts verringern“, erklärt er. „Das Problem bei einem herkömmlichen System aus Pumpe und Getriebemotor ist die zur Verbindung erforderliche Kupplung. Auch ein erfahrener Monteur benötigt einige Zeit, um die verschiedenen Komponenten mit Unterlegblechen auszurichten. Dieser Prozess fällt nicht nur bei der Erstinstallation an, sondern auch bei jeder Routinewartung.“

Seit es elektrisch angetriebene Pumpen gibt, bedeutet die Ausrichtung den größten Aufwand. Mit wachsendem Wettbewerb und immer weniger erfahrenen Facharbeitern geschieht es oft, dass der Betriebsverantwortliche bei der Wellenausrichtung unter Zeitdruck nur nach Augenmaß vorgeht und die Tatsache, dass die Lebensdauer der Pumpe mit jeder Ungenauigkeit verringert wird, in Kauf nimmt.

Keine unerwarteten Stillstände mehr

„Unternehmen müssen Gewinne erzielen“, sagt VanLeeuwen. „In einer typischen Chemieanlage zum Beispiel betragen die Verluste, die durch eine ausgefallene Pumpe entstehen, mehrere Hundert Dollar pro Stunde, eventuell sogar viel mehr.“ Daher werde alles getan, damit der Betrieb möglichst schnell wieder aufgenommen werden könne. Das Problem mangelnder Wartung führe aber zu einem Schneeballeffekt. Anstatt mehrere Stunden für die korrekte Ausrichtung einer Pumpe zu investieren, wächst sich dies zu einem unerwarteten ein- oder zweitägigen Stillstand aus, sollte die Kupplung ausfallen oder die Pumpe festlaufen. „Und das alles nur, weil ein Mitarbeiter in Eile war. Mit unseren neuen ausrichtungsfreien GNX-Pumpen kann das nicht mehr passieren.“

Blackmer vereinfachte auch die Installation erheblich. Da die neue Konstruktion Plug & Play ermöglicht, wird für die Integration in die Kundenanlage kaum noch Zeit benötigt. „Im letzten Jahr stieg der Anteil unserer Pumpen, die von Kunden direkt in Betrieb genommen werden können, auf 72 %. Das entspricht immerhin einer Nettogewinnsteigerung von 47 %.“ Und Blackmer befindet sich damit erst am Anfang. Die erste Phase der Markteinführung ihrer GNX- und GNXH-Serien betraf die Pumpen mit 2″-Flansch und 2,5″-Flansch. Mit einem Nord-SK-771.1-Getriebe, das direkt an eine selbstjustierende Hochleistungs-Flügelzellenpumpe angebaut ist, bieten die eigenständigen Aggregate maximale Förderraten von 325 l/min bzw. 587 l/min. Die Phasen II und III (nach Schätzung von VanLeeuwen in den nächsten 6 Monaten verfügbar) erstrecken sich auf die größeren Blackmer-Pumpen mit Baugrößen von 3 und 4″, die eine Leistung bis 37 kW und eine Förderrate bis 1893 l/min erbringen.

Erfolg als Grundlage

Die Nord-Serie einstufiger Stirnradgetriebe (verbaut in den Blackmer-Pumpenserien GNX und GNXH) wird durch drei größere Modelle – SK 871.1, SK 971.1 und SK 1071.1 – erweitert. Jedes dieser Getriebe kann mit der Hohlwellenoption geliefert werden. Die Nord-Getriebeserie ist für nahezu alle Anwendungen bei Hochdrehzahlpumpen, Mischern oder Förderanlagen geeignet. Im Gegensatz zu den Gehäusen aus Aluminiumlegierung besitzen die drei neuen Getriebe nun Gehäuse aus Grauguss.

Das Abtriebsdrehmoment beträgt 390 bis 1000 Nm bei Übersetzungen von 1,4:1 bis 8,1:1 und einem Leistungsbereich von 1,1 bis 45 kW. Dank der wahlweisen Fußausführung, dem IEC-Flansch (B5 oder B14), Nema-Flansch und -Abtriebswelle oder der Fuß-/Flanschmontage kann der Anwender diese Antriebslösungen sehr flexibel an viele seiner Anwendungen anpassen. Diese Antriebe ersetzen die Nord-Typen SK 41E und SK 51E. Wie alle Getriebe von Nord werden dem Anwender eine Vielzahl von Eigenschaften im Standard angeboten. Diese sind z. B. ein robustes einteiliges Blockgehäuse, Druckentlüftungsschrauben, präzise hergestellte Zahnräder aus eigener Fertigung sowie Hochleistungslager. Für extreme Wellen- und Lagerlasten kann der Anwender wahlweise auch zweireihige Kegelrollenlager und Wellen aus einer festeren Stahllegierung bestellen.

Kleine Idee, große Lösung

Qualitativ hochwertige Produkte und ein hervorragender Kundenservice waren für Blackmer entscheidende Argumente, die Geschäftsbeziehung mit Nord einzugehen. „Nord war bereit, Zeit und Ressourcen zu investieren, um ein in der Industrie ständig wiederkehrendes Problem zu lösen“, betont VanLeeuwen. „Letztlich haben wir nicht wirklich etwas erfunden. Motoren, Getriebe und Pumpen werden seit Jahrzehnten eingesetzt. Was die Lösung nun so effektiv macht, ist die Art und Weise, in der wir
die Komponenten miteinander verbunden haben.“

Weil die Idee sich als so erfolgreich erwies, wird Blackmer künftig komplett auf Getriebe von Nord setzen. Unvorhergesehene Ausfälle gehören nun der Vergangenheit an, Installation sowie Wartungsarbeiten würden vereinfacht und von den deutlichen Verbesserungen bei Laufzeit und Benutzerfreundlichkeit profitieren.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: cav0719nord


Autor: Jörg Niermann

Bereichsleiter Marketing,
Nord Drivesystems

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