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Von Anfang bis Ende geplant

Turnaround
Von Anfang bis Ende geplant

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Ein Turnaround-Projekt ist nur dann erfolgreich, wenn es von Anfang bis Ende sorgfältig geplant und aufgesetzt wird und bei den unter hohem Zeitdruck stattfindenden Arbeiten jeder Handgriff sitzt. Bilfinger hebt mit seinem Turnaround Concept das Thema Generalrevision auf ein neues strategisches Niveau. Ein Modulkonzept für strategische Aspekte und ein Turnaround-Handbuch für operative Themen ermöglichen es, ein solches Großprojekt erfolgreich umzusetzen.

Sie werden vielfach als ein notwendiges Übel erachtet: Generalrevisionen. In der Regel werden in der Prozessindustrie die Anlagen alle zwei bis fünf Jahre abgeschaltet, um sie im Rahmen eines sogenannten Turnarounds auf Herz und Nieren zu überprüfen und Ausbesserungen vorzunehmen. Die Produktion steht während dieser Zeit still, mit entsprechend negativen Folgen für Umsatz und Gewinn. Folglich sind Anlagenbetreiber darauf bedacht, solche Stillstandzeiten so kurz wie möglich zu halten. Die Realität stimmt aufgrund der langen Pausen zwischen den Revisionen leider oft nicht mit diesem Idealbild überein. Eine große Herausforderung ist der Faktor Personal: Da ein Turnaround in der Regel auf wenige Wochen beschränkt ist, greifen Unternehmen bei solchen Projekten auf externe Ressourcen zurück. Hier sind sie dann mit zunehmendem Fachkräftemangel konfrontiert, der es erschwert, kurzfristig mehrere Hundert Spezialisten anzuheuern – und das aus verschiedenen Gewerken. Da viele Turnaround-Mannschaften immer wieder neu zusammengestellt werden, ist die Koordination der einzelnen Aktivitäten eine weitere Herausforderung, die in der Praxis gemeistert werden muss.

Mit dem Bilfinger Turnaround Concept, kurz BTC, können Anlagenbetreiber diesen Herausforderungen begegnen. Der Grundgedanke ist ähnlich dem des Bilfinger Maintenance Concepts (BMC): Über viele Jahre gesammeltes Wissen wird gebündelt und strukturiert, um dem Kunden unabhängig vom Standort die bestmöglichen Lösungen anbieten zu können. So entsteht zugleich ein gesteuerter, kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Das BMC hat insgesamt
16 Module, die die Aspekte Kosten, Zuverlässigkeit, Qualität und Sicherheit abdecken. Mit dem BMC hat der Kunde Zugriff auf die gesamte Instandhaltungsexpertise von Bilfinger, kann die einzelnen Inhalte des Konzepts aber passgenau auf seine individuelle Situation abstimmen.

Neun Module für den Turnaround

In dieselbe Richtung geht die Idee des BTC, in das speziell die Erfahrungen rund um das Thema Turnaround einfließen. Bilfinger kann hier aus dem Vollen schöpfen: Mit jährlich rund 30 in Europa durchgeführten Turnaround-Projekten ist der Industriedienstleister einer der maßgeblichen Anbieter. Konkret besteht das BTC aus neun Modulen, die Themen wie Ressourcenmanagement, Arbeitssicherheit und Materialwirtschaft umfassen. Diese Module bilden sozusagen den theoretischen Überbau. Mit Blick auf die Praxis hat Bilfinger ein Turnaround-Handbuch erstellt, das sämtliche Arbeitsschritte und deren wechselseitige Abhängigkeiten im Detail beschreibt. Je nach Ausgangssituation lassen sich die notwendigen Arbeitsabläufe, die in dem Handbuch als Vorlagen verfügbar sind, individuell an die konkreten Anforderungen der jeweiligen Anlage anpassen. Im Ergebnis entsteht ein vollständiger Ablaufplan aller simultan und sequenziell ablaufenden Arbeitsschritte inklusive ihrer zeitlichen Taktung. Dies wiederum schafft die Grundlage für die besondere Präzision im Turnaround-Management – und somit für die Möglichkeit, Projektrisiken zu minimieren und die Kosten vorab möglichst genau zu kalkulieren.

Gute Vorbereitung spart Zeit

Je nach Größe und Komplexität der jeweiligen Anlage kann die Zeit für Vorbereitung und Planung eines Turnarounds stark variieren. Sie beansprucht immer einen deutlich längeren Zeitraum als die Arbeiten selbst. So liefen die Vorbereitungen bei Bilfinger für die Überholung einer Raffinerie der Kuwait Petroleum Europoort B.V. in Rotterdam über rund elf Monate, während die anschließenden Arbeiten selbst in weniger als zwei Monaten durchgeführt wurden. Zum Einsatz kamen dabei 450 Arbeitskräfte. Zum Vergleich: In einer kleineren Anlage der Borealis Agrolinz Melamine Deutschland in Lutherstadt Wittenberg dauerte die Planung von Juni bis August 2017, die Umsetzung erfolgte in der zweiten Augusthälfte mit
80 Arbeitskräften.

Erfahrene Mitarbeiter

Neben der Planung ist das Personalmanagement der zweite wesentliche Faktor für einen erfolgreichen Turnaround. Mit mehr als 20 000 eigenen Mitarbeitern im Instandhaltungsbereich hat Bilfinger hier eine sehr gute Ausgangsposition – zumal viele Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen an Turnarounds mitwirken und somit über ein hohes Maß an Übung und Routine verfügen. So hat allein der Turnaround-Bereich der in Deutschland ansässigen Bilfinger Maintenance GmbH innerhalb der vergangenen rund zehn Jahre in mehr als hundert Projekten insgesamt über 4,5 Mio. Arbeitsstunden geleistet, und das gänzlich ohne Unfälle mit Ausfalltagen. Durch regelmäßige Schulungen sorgt Bilfinger dafür, dass Arbeitsabläufe und Sicherheitsstandards kontinuierlich verbessert werden.

Wie in der Branche üblich, greift auch Bilfinger bei Generalrevisionen auf externe Ressourcen zurück. Mit dem BTC wird sichergestellt, dass dabei bewährte Partner zum Zuge kommen, die den selben hohen Standard zugrunde legen wie Bilfinger selbst. Prinzipiell soll der Anteil externer Fachkräfte aber verringert werden, indem eigenes Personal flexibler eingesetzt wird. Ein Faktor ist dabei eine weitere Optimierung der Personaldisposition. Zudem will das Unternehmen verstärkt Turnarounds außerhalb der Chemie und Petrochemie durchführen, was ebenfalls zu einer besseren Auslastung der eigenen gewerblichen Mitarbeiter führt.

Auch die besten Mitarbeiter nutzen allerdings wenig, wenn Arbeitsmaterial nicht genau zu dem Zeitpunkt verfügbar ist, zu dem es benötigt wird. Innerhalb des BTC bildet dieses Thema daher auch einen Schwerpunkt. Besonders wichtig ist das sogenannte Kitting, bei dem im Vorfeld alle auszutauschenden Kleinteile – wie beispielsweise die Schrauben einer Pumpe – zu jedem Arbeitsschritt in der genau benötigten Anzahl vorsortiert und verpackt werden. Nach Abschaltung der Anlage, wenn buchstäblich jede Minute zählt, stehen damit vor Ort bereits alle benötigten Teile abgezählt zur Verfügung, wodurch Zeitverluste reduziert werden.

Projektmanagement per App

Zur Kontrolle des Projektfortschritts umfasst das BTC zudem eine mobile App in Kombination mit einer zentralen Web-Applikation, in der alle mit der App erfassten Daten zu einem aktuellen Zustandsbild zusammenlaufen. Eventuelle Abweichungen vom Plan sind somit jederzeit ersichtlich, sodass die Verantwortlichen sofort reagieren können. Hilfreich ist das digitale Turnaround-Abbild aber auch bei der Koordination der unterschiedlichen Gewerke – zum Beispiel, weil ein Mechaniker damit sofort sehen kann, ob die Kollegen vom Gerüstbau schon fertig sind und er mit seiner Aufgabe am eingerüsteten Anlagensegment beginnen kann. Dadurch entsteht eine vollständige Transparenz mit Blick auf den Auftragsfluss. Und das spart beispielsweise wertvolle Wegezeiten ein, was zur Minimierung der Stillstandszeiten beiträgt.

Insgesamt hebt Bilfinger mit seinem Turnaround Concept das Thema Generalrevision auf ein neues strategisches Niveau. Dank intelligentem Personalmanagement kann das Unternehmen nicht nur qualifizierte, sondern zugleich auch Turnaround-erfahrene Mitarbeiter vorhalten. Durch den steigenden Anteil von eigenen Mitarbeitern verringern sich die Komplexität und Kosten des Projekts, während die Qualität der Arbeit zunimmt. Zugleich stellt die im Turnaround-Handbuch strukturiert zusammengefasste Erfahrung von Bilfinger eine punktgenaue Planung mit anschließender effizienter Umsetzung sicher.

Und nicht zuletzt zeigt das BTC auch neue Ansatzpunkte auf, wie sich das Zeitintervall bis zum nächsten Anlagenstillstand verlängern lässt, etwa, indem im Rahmen eines laufenden Turnarounds bestimmte Komponenten so angepasst werden, dass sich deren Laufzeit erhöht. Dies zeigt: Wird die Generalrevision als strategische Leistung der Instandhaltung begriffen, ergeben sich ganz neue Möglichkeiten der Effizienzsteigerung.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: cav1018bilfinger


Autor: Dennis Lubsch

Projektleiter Turnaround,

Bilfinger Maintenance

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