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Professionelle Instandhaltung von Gaswarngeräten

Mehr Sicherheit im Betrieb
Professionelle Instandhaltung von Gaswarngeräten

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Gaswarngeräte schützen das Leben und die Gesundheit von Mitarbeitenden in chemischen und pharmazeutischen Produktionsanlagen. Sie schlagen Alarm, wenn gefährliche Gase austreten, und ermöglichen so ein rechtzeitiges Eingreifen zum Schutz von Menschen und Produktionsanlagen. Die professionelle Prüfung und Wartung der Geräte stellt ihre korrekte Funktionsweise sicher.

Der Einsatz von stationären oder tragbaren Gaswarngeräten ist für viele Betreiber von Industrieanlagen seit Jahren ein wesentlicher Bestandteil von betrieblichen Sicherheitskonzepten. Kommt es zu ungewollten Gasemissionen, können Gaswarngeräte beispielsweise Personenschäden durch Vergiftung oder Anlagenschäden durch Explosionen verhindern. Betreiber von Produktionsanlagen sind dafür verantwortlich, die Funktionsfähigkeit und regelmäßigen Kontrollen der Gaswarngeräte zu gewährleisten sowie nachzuweisen. Als Basis für die operative Umsetzung dienen dabei die Merkblätter T021 und T023 der BGRCI (Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie).

Davon, dass Gaswarngeräte sinnvoll und nötig sind, braucht man heute niemanden mehr zu überzeugen. Auch ihre Verlässlichkeit steht aufgrund ausgereifter und leistungsfähiger Technologien mittlerweile außer Frage. Die zu lösenden Fragen liegen für den Betreiber von Industrieanlagen eher im Detail: Welches Gerät ist für die jeweilige Gefährdung am besten geeignet? Gibt es gesetzliche Vorgaben? Welche Normen bilden den Stand der Technik ab? Wann sind tragbare, wann stationäre Geräte sinnvoll? Sollen die Geräte gemietet oder gekauft werden? Wie stellt man eine regelmäßige Wartung und eine entsprechende Schulung der Mitarbeiter sicher? Wie lässt sich die Dokumentation effizient bewältigen? Und: Wann macht ein Outsourcing von Leistungen rund um Gaswarngeräte Sinn?

Erschwerte Auswahl und Wartung

Die Vielzahl der Einsatzbereiche von Gaswarngeräten und die zahlreichen Hersteller derartiger Messsysteme lassen Fragestellungen rund um Gaswarngeräte komplex erscheinen. Denn in jeder Industrieanlage, in der anlagenspezifische Gasemissionen entstehen können, gibt es eine Vielzahl von Geräten – unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Bauweise und unterschiedlicher Hersteller. Dabei stellt jedes Gerät andere Anforderungen an die fachgerechte Wartung und die entsprechenden Kontrollen. Ein Aufwand, der nicht zu den Kernaktivitäten des Betreibers von Industrieanlagen zählt, für dessen Ergebnis – nämlich ein dokumentiertes, funktionsfähiges Warnsystem – er aber verantwortlich ist.

Tendenz zum Outsourcing

In den vergangenen Jahren vergeben daher immer mehr Betreiber von Industrieanlagen Fragestellungen rund um Gaswarngeräte an spezialisierte externe Dienstleister wie Bilfinger. Denn diese Outsourcing-Partner sind auf die Erbringung von Leistungen auf diesem Gebiet spezialisiert, beobachten kontinuierlich den Markt und neueste Entwicklungen und können aufgrund ihrer Erfahrungen bei vielen anderen Unternehmen wertvolle Beratungsleistungen erbringen.

Dies gilt umso mehr, wenn diese Partner herstellerunabhängig beraten können, profunde Kenntnisse über die Funktionsweise und Wartungsmodalitäten aller am Markt verfügbaren Geräte besitzen sowie alle notwendigen Anforderungsdetails nach dem neuesten Stand der Technik kennen. Lassen die Betreiber von Industrieanlagen ihre Geräte direkt vom Hersteller warten, ergibt sich bei einer größeren Anlage schnell eine Vielzahl von Vertragspartnern, die nur die Spezifika ihrer eigenen Geräte kennen. Gleiches gilt für die herstellerunabhängige Schulung der Mitarbeitenden im Umgang mit Gaswarngeräten. So muss bei tragbaren Geräten eine arbeitstägliche Überprüfung vor jeder Verwendung durchgeführt werden. In regelmäßigen Intervallen stehen dann auch umfangreichere Überprüfungen an, für die es jeweils vorgeschriebene Prüf- und Dokumentationsanweisungen zu beachten gilt: eine Funktionskontrolle alle vier Monate, eine Systemkontrolle einmal pro Jahr und eine Kontrolle der Aufzeichnungen alle drei Jahre. Gerade aufgrund der unterschiedlichen Qualifikationsanforderungen an die mit der Durchführung der Kontrolle beauftragten Personen ist es für Anlagenbetreiber oft sinnvoll, einen spezialisierten Dienstleister zu beauftragen.

Digital spart Zeit und Geld

Ein besonders wichtiger Punkt in der Instandhaltung von Gaswarngeräten ist die Dokumentation, die in den Merkblättern der BGRCI definiert ist. Von der Bedarfsanforderung über Planung, Auslegung und Inbetriebnahme bis hin zu den zyklischen Kontrollen und der Instandsetzung muss alles detailliert dokumentiert werden und verfügbar sein. Viele Dienstleister nehmen die Dokumentation noch handschriftlich in Papierform vor, Protokolle werden eingescannt, per Mail verschickt und anschließend manuell vom Betreiber in Datenbanken übertragen. Bei Bilfinger werden die durchgeführten Tätigkeiten direkt vor Ort in eine mobile App eingegeben und dem Kunden auf unterschiedlichen Wegen digital bereitgestellt. Die Dokumentation folgt so einem einheitlichen Standard und ist für den Anlagenbetreiber jederzeit transparent einseh- und nachvollziehbar. Dabei setzt Bilfinger explosionsgeschützte mobile Endgeräte wie Tablets oder Smartphones ein.

Die Digitalisierung ermöglicht außerdem neue Wartungskonzepte: So erprobt Bilfinger beispielsweise derzeit eine cloudbasierte Wartung, mit deren Hilfe der Zustand und die Wartungsbedürftigkeit von Gaswarngeräten einfacher als bisher erfasst werden können. Hierzu werden Messdaten und Statusinformationen von stationären Gaswarngeräten mithilfe des Namur-Open-Architecture(NOA)-Prinzips laufend dargestellt, überwacht und bewertet. Ergeben sich Abweichungen vom Normalzustand, werden diese sofort gemeldet. Ziel ist es, dadurch Wartungen zukünftig bedarfsgerecht vorzunehmen – und nicht nach einem starren Zeitplan. Unnötiger Zeit- und Materialaufwand werden so vermieden, während gleichzeitig die Zuverlässigkeit der Geräte steigt.

Schulungen für die Praxis

Im Bereich der Schulungen zeichnen sich ähnliche Entwicklungen ab: In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass das Erlernen der Funktionsweise mithilfe von Bedienungsanleitungen nicht nur wenig beliebt, sondern auch selten erfolgreich ist. Neben Präsenzveranstaltungen mit hohem Erinnerungscharakter setzt Bilfinger daher beispielsweise immer stärker auf Video-Inhalte: Diese auf der Industrial-Tube-Plattform von Bilfinger verfügbaren und auch selbst herstellbaren Videos können die Anwender von Gaswarngeräten dort jederzeit und von allen gängigen Endgeräten aus zur Auffrischung abrufen.

Wie wichtig gute Schulungen sind, zeigen Erfahrungen in der Praxis immer wieder: Denn die Akzeptanz von Gaswarngeräten schwindet schnell, wenn es häufiger zu Fehlalarmen kommt, die durch Bedienungsfehler oder unsachgemäße Wartung hervorgerufen werden. Außerdem können Fehlalarme hohe Folgekosten auslösen – etwa durch den Einsatz der (Betriebs-)Feuerwehr, die beispielsweise bei Überschreiten des Alarmwerts von stationären Gaswarngeräten alarmiert wird. Und unzureichend geschulte Anwender können im schlimmsten Fall ein Geräteverhalten fehlinterpretieren – auf Kosten der Sicherheit.

Denn Fehlerquellen gibt es viele: Je nach Einsatzzweck werden optische, elektrochemische,katalytische oder Infrarot-Gassensoren in den Geräten verbaut, die die Konzentration von giftigen oder explosiven Gasen messen. Sobald eine bestimmte Gaskonzentration überschritten wird, erfolgt eine Alarmierung im Gerät oder an einer nachgestellten Auswerteeinheit – entweder optisch, akustisch, mittels Schaltfunktion oder, bei tragbaren Gaswarngeräten, durch Vibration. Diverse Einflüsse können die Funktionalität von Gaswarngeräten beeinflussen und zu Störungen führen. Um diese zu ermitteln, sollte der Verantwortliche die Funktionsweise des entsprechenden Gerätes kennen. Gerade kleine, tragbare Geräte sind sehr anfällig: Die Funktionsfähigkeit ihrer Sensoren kann durch Herunterfallen oder durch den unbewussten Kontakt mit bestimmten Stoffen schnell beeinträchtigt werden.

Partner müssen zueinander passen

Übrigens: Nicht immer lohnt es sich für die Betreiber von Industrieanlagen, eigene tragbare Gaswarngeräte anzuschaffen. Insbesondere bei außergewöhnlichen Situationen, wie bei Neubau-, Erweiterungs- und Modernisierungsmaßnahmen sowie im Rahmen von Generalrevisionen (Turnarounds), sind mitunter zusätzliche Gaswarngeräte für den Zeitraum der Arbeiten nötig. Auch hier lohnt sich die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Dienstleister, der aus seinem Mietgerätepool kurzfristig die benötigten Geräte zur Verfügung stellen kann.

Die Gestaltung der Zusammenarbeit mit einem externen Dienstleister ist dabei das Ergebnis der individuellen Anforderungen des Auftraggebers und reicht von einer einmaligen Beauftragung bis hin zu einer langjährigen, ganzheitlichen Betreuung. Von zentraler Bedeutung jedoch sind umfassende Erfahrungen und eine nachgewiesene Expertise des Dienstleisters. Denn in Sicherheitsfragen sind Experimente wenig ratsam.

Nicht zuletzt ist die Gaswarntechnik in den letzten Jahren immer mehr zum integralen Bestandteil betrieblicher Sicherheitskonzepte geworden. Denn fachgerecht ausgewählte, installierte, gewartete und geprüfte Gaswarngeräte tragen heute maßgeblich zur Arbeitssicherheit in Chemie- und Pharmaanlagen bei.

Bilfinger SE, Mannheim


Autor: Andre Reidelbach

Instandhaltungsleiter
Gaswarntechnik,

Bilfinger Maintenance


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