Smarte PSA ist die Zukunft. Industrie 4.0 steigert Effizienz und Transparenz beim Arbeitsschutz - prozesstechnik online

Industrie 4.0 steigert Effizienz und Transparenz beim Arbeitsschutz

Smarte PSA ist die Zukunft

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Vernetzung, Digitalisierung und das Internet der Dinge: Diese Megatrends verändern Prozesse in der Industrie von Grund auf. Das gilt keineswegs nur für Kernbereiche wie Produktion oder Logistik, sondern erfasst nahezu alle Abläufe und Aufgabenbereiche, bis hin zum Arbeitsschutz. Persönliche Schutzausrüstungen werden zunehmend vernetzt und smart – mit nachhaltigen Vorteilen für das Unternehmen, für Sicherheitsingenieure und für die Mitarbeiter, die PSA verwenden.

Daten sind schon längst zu einem entscheidenden Wert für Unternehmen geworden. Die smarte Vernetzung, die mit den Trends der Industrie 4.0 einhergeht, zielt unter anderem darauf ab, relevante Daten einfacher und effizienter zu sammeln, Informationen in digitalisierter Form überall und jederzeit verfügbar zu haben und sie automatisiert auswerten zu können. Das wird in Zukunft nicht nur Produktionsanlagen betreffen, sondern auch persönliche Schutzausrüstungen (PSA) einschließen.

Analoge Verwaltung hat ausgedient

Die Verwaltung und turnusgemäße Überprüfung von PSA läuft in zahlreichen Unternehmen heute noch analog ab: Sicherheitsbeauftragte, die sich mit einem Klemmbrett handschriftliche Notizen machen und diese, zurück im Büro, nochmals in den Computer übertragen müssen, sind keine Seltenheit. Allein dieser doppelte Zeitaufwand zeigt, wie ineffizient der händische Prozess ist. Im Zeitalter der allgegenwärtigen Smartphones und Tablets sollte es selbstverständlich sein oder zumindest selbstverständlich werden, dass Daten direkt digital erfasst werden. Der sprichwörtliche Fingerwisch auf dem Display sollte heute etwa ausreichen, um Checklisten abzuarbeiten oder erledigte Kontrollaufgaben zu dokumentieren.

Die beschriebenen Arbeitserleichterungen und der erzielbare Effizienz- und Zeitgewinn sind aber nur einige Vorteile von vernetzter PSA. Ein ebenso wichtiger Mehrwert für die Qualität des Arbeitsschutzes ist die Möglichkeit der eindeutigen elektronischen Identifizierung: In welchen Unternehmensbereichen ist welche Ausrüstung im Einsatz, über welche PSA verfügt der einzelne Mitarbeiter, wann sind Wartungs- und Inspektionsaufgaben zu erfüllen? All diese für den Sicherheitsbeauftragten höchst relevanten Informationen werden in der smarten Arbeitsschutzwelt auf Knopfdruck zur Verfügung stehen.

Vernetzung in verschiedenen Stufen

Vernetzung ist in verschiedenen Stufen vorstellbar. Zu unterscheiden sind grundsätzlich drei Modi:

  • Kommunikation auf Abruf („on demand“)
  • Getaktete oder unregelmäßige Kommunikation (nach Zeitplan oder zum Beispiel nach Netzwerk-Verfügbarkeit)
  • Echtzeit-Kommunikation („real-time“)

Diese Formen erfordern die Nutzung unterschiedlicher Hardware. Zugleich haben sie Auswirkungen auf die Batterielaufzeit mobiler Geräte und die Anwendungen, die durch die Vernetzung möglich werden. Eine Kommunikation „on demand“ kann beispielsweise für Inspektion, Wartung und Instandhaltung ausreichend sein und dabei Vorteile hinsichtlich der Systemanforderungen und des Energieverbrauchs bringen. Eine getaktete oder unregelmäßige Kommunikation stellt einen Mittelweg zwischen Verbindungsaufbau auf Abruf und „Real-time“-Kommunikation dar. Diese kann zum Beispiel helfen, den Energieverbrauch mobiler Geräte zu senken oder Geräte einzubinden, die nicht über eine konstante Verbindung zum Kommunikationsnetz verfügen. In diesem Fall kann die Synchronisation erfasster Daten dann erfolgen, wenn zum nächsten Mal eine Verbindung möglich ist.

Unternehmen befragt

Mit einer breit angelegten branchenübergreifenden Befragung hat der Arbeitsschutzspezialist 3M untersucht, wie Unternehmen und Sicherheitsverantwortliche die Themen Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit in ihrem Betrieb weiterbringen. Die Ergebnisse zeigen, dass in allen Branchen die Prävention im Vordergrund steht. Ein wichtiger Faktor dafür ist, den Mitarbeitern die nötige Befähigung zu geben, selbst Verantwortung für die eigene Sicherheit und Gesundheit übernehmen zu können. Eine weitere Erkenntnis ist, dass viele Unternehmen über kein modernes Dokumentationssystem verfügen, sondern noch mit einer Papierlösung arbeiten. Dadurch ist die Analyse von Daten schwierig, denn oftmals sind die Angaben an unterschiedlichen Orten abgelegt. Mit einer digitalen Dokumentation wäre es möglich, Daten auch standortübergreifend auszuwerten.

Um die Vorteile der smarten Vernetzung und der Industrie 4.0 auf den Bereich der PSA zu übertragen, hat 3M daher als Teil der Connected-Safety-Plattform ein System entwickelt, das eine smarte Verwaltung ermöglicht. Nach dem Start in den USA steht die Lösung nun auch im deutschsprachigen Raum zur Verfügung. Dabei arbeitet 3M mit einem namhaften Cloud-Anbieter zusammen, dessen Serverstandort sich in Westeuropa befindet. Im ersten Schritt wird persönliche Schutzausrüstung elektronisch erfasst und verwaltet. Mit einem RFID-Chip oder per Barcode wird sie identifiziert und einem Mitarbeiter zugewiesen. Die ermittelten Daten werden in der Cloud-Datenbank gespeichert und stehen somit dem Sicherheitsingenieur jederzeit zur Verfügung. Zugleich lassen sich Prüfintervalle und Wartungsprotokolle definieren. Für Träger eines Gebläse-Atemschutzes etwa ist die turnusmäßige Inspektion und Wartung ihrer Ausrüstung lebensnotwendig.

Lebenslange Transparenz

Zusätzliche Möglichkeiten bietet das sogenannte Worker Interface: In Verbindung mit einem Touchdisplay können Mitarbeiter selbst in regelmäßige Wartungsaufgaben eingebunden werden; zugleich stellt ihnen das System relevante Informationen bis hin zu Bedienungsanleitungen bereit. Weiterhin können Mitarbeiter am Worker Interface die Entnahme und Rückgabe von Ausrüstung hinterlegen.

Der gesamte Lebenszyklus einer Schutzausrüstung kann mithilfe des Systems einfach verwaltet und dokumentiert werden: von der Zuordnung an einen Mitarbeiter über Inspektion und Wartung bis zum Austausch. Alle relevanten Daten stehen in transparenter Form zum Abruf bereit und können mit zusätzlichen Dateien wie etwa mit Bildern ergänzt werden. Auch die rechtlich notwendige Dokumentation, bis hin zum Nachweis von Unterweisungen der Mitarbeiter, befindet sich somit jederzeit auf dem aktuellsten Stand.

Die ersten Erfahrungen in der praktischen Anwendung, sowohl 3M-intern als auch in verschiedenen Unternehmen, bestätigen die Erwartungen an die smarte PSA-Verwaltung: Mehr Transparenz, jederzeitige Verfügbarkeit von relevanten Informationen und Zeitersparnisse von bis zu 20 % werden von Sicherheitsingenieuren als wesentliche Vorteile genannt. Wichtig für die Akzeptanz des Systems ist dabei, dass keineswegs nur Produkte eines Herstellers digital zu verwalten sind. Die offene Systemgestaltung ermöglicht es, jede PSA oder prüfpflichtige Ausrüstung digital zu erfassen und über lediglich eine Plattform zu verwalten.

Digitalisierung hat erst begonnen

Ebenso wie die Megatrends der Industrie 4.0 erst allmählich Prozesse und Abläufe verändern, so steht auch die Digitalisierung der Arbeitswelt noch am Anfang. Das System zur vereinfachten und effizienteren PSA-Verwaltung bildet den ersten Baustein der Connected-Safety-Plattform. Im engen Austausch mit Unternehmen und Sicherheitsingenieuren werden derzeit weitere smarte Anwendungen entwickelt. Eine kommende Anwendung kann etwa die persönliche Schutzausrüstung sein, die in direkter Kommunikation mit Maschinen steht. Sie kann zum Beispiel den Mitarbeiter warnen oder bei Bedarf das Abschalten einer Maschine erzwingen. Ein weiterer Schritt wird in Zukunft vernetzte PSA sein, die ihre Umgebung erkennt und kontextbezogen reagieren kann.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: cav0318mmm


Autor: Dr. Jan Forster

Technical Manager,
Personal Safety Division,
3M Deutschland

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