Langhubsiebmaschinen

Schonende Sieblösung für Katalysatoren

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Katalysatorhersteller sind auf ein sanftes Siebverfahren in der Produktion angewiesen, da Katalysatoren ein besonders empfindliches Schüttgut sind.Freischwinger-Siebmaschinen überzeugen dank ihrem Langhubprinzip vor allem durch ihre besonders produktschonende Arbeitsweise.

Vor dieser Herausforderung stand auch ein Katalysatorhersteller, der im Rahmen des Aufbaus einer neuen Produktionsanlage auf der Suche nach einem geeigneten Siebverfahren war. Neben einem einfachen Handling und einer hohen Bedienersicherheit stand insbesondere die optimale Anpassung der Maschine an die empfindlichen Katalysatoren im Fokus. Insgesamt benötigte der Betreiber fünf Siebmaschinen in drei verschiedenen Größen, je nach Siebaufgabe. Das erste Sieb sollte über einen Vibrationsförderer beschickt werden und das aus dem Coater kommende Produkt von Überlängen befreien. Zur Entstaubung der Katalysatoren sollten zwei weitere Siebe eingesetzt werden. Auch hier sollte die Beschickung jeweils über Vibrationsförderer erfolgen, die das Produkt aus Vorlagebehältern der Siebmaschine zufördern. Am Ende des Produktionsprozesses werden die Katalysatoren kalziniert. Daher wurden kurz vor der Abpackung zwei weitere Siebmaschinen benötigt, um sicherzustellen, dass die verkaufsfertigen Katalysatoren einem genau vorgegebenen Größenspektrum entsprechen – also weder zu groß noch zu klein sind. In diesem Fall erfolgte die Produktzuführung über bauseitig vorhandene Zellenradschleusen.

Anforderungen im Detail

Da der Betreiber bereits einige Langhubsiebmaschinen vom Typ JEL Freischwinger der J. Engelsmann AG im Einsatz hat und mit der Arbeitsweise sehr zufrieden ist, fiel die Wahl auch diesmal auf die Schüttgutspezialisten aus Ludwigshafen. Im Rahmen von Technikumsversuchen testeten die Maschinenbauer im Vorfeld und im Beisein des Kunden, wie sich die verschiedenen Katalysatoren auf der Siebmaschine verhalten und ermittelten so jeweils die optimale Einstellung von Neigung und Hub. Da sich der Betreiber die Option offenhalten möchte, die Siebmaschinen zu einem späteren Zeitpunkt auch für andere Katalysatoren einzusetzen, sind Hub und Neigung der Siebe flexibel einstellbar. Der Siebprozess kann so an verschiedene Katalysatoren angepasst werden, sollten diese sich je nach Zusammensetzung hinsichtlich Fließverhalten und Bruchempfindlichkeit voneinander unterscheiden. Auch die richtige Art der Siebabreinigung konnte durch den Technikumsversuch ermittelt werden. Gummikugeln mit Eisenkern brachten dank der größeren Masse den gewünschten Abreinigungseffekt.

Die in diesem Praxisbeispiel eingesetzte Siebmaschine JEL Freischwinger überzeugt dank ihrem Langhubprinzip vor allem durch ihre besonders produktschonende Arbeitsweise. Bei diesem Verfahren wird der Siebtrog in eine gleichmäßige, horizontale Schwingbewegung versetzt. Diese Art der Sieberregung bewirkt, dass sich das zu siebende Produkt lediglich in horizontaler Richtung bewegt und dabei auf dem Siebgewebe verweilt, ohne sich aufzustellen oder zu springen. Um auch die Zuführung der Katalysatoren auf das Siebgewebe produktschonend abzubilden, entschieden sich die Engelsmann-Konstrukteure in diesem Fall dazu, Produktverteiler einzusetzen. Diese Verteilerbleche gewährleisten zum einen eine schonende Materialaufgabe, da das Produkt vom Einlauf kommend nicht direkt auf das Gewebe prallt. Zum anderen verteilt sich so das Produkt auf der gesamten Breite der Siebfläche, sodass diese optimal ausgenutzt wird. Um auch den Aufprall der Katalysatoren auf die Verteilerbleche möglichst sanft zu gestalten, sind diese mit einer speziellen PU-Beschichtung gummiert. Die einzelnen Ausläufe der Freischwinger-Siebmaschinen sowie der Konus der Vorlagebehälter sind für diesen Anwendungsfall ebenfalls beschichtet ausgeführt, damit die Katalysatoren nicht nur sanft zu- sondern auch abgeführt werden. Die beschichteten Ausläufe sind geschraubt, damit sie im Bedarfsfall bequem ausgetauscht bzw. erneuert werden können, ohne dass der komplette Siebtrog demontiert werden muss.

Eine weitere, wichtige Anforderung für den Betreiber war ein hoher Bedienerschutz. Dabei sollte vor allem die Staubbelastung in unmittelbarer Maschinenumgebung auf ein Minimum reduziert werden. Um dieser Anforderung gerecht zu werden, sind sowohl die Siebmaschinen als auch die Vibrationsförderer und Vorlagebehälter druck- und staubdicht ausgeführt. Druckdichte Flanschkompensatoren dienen als Verbindungsstück zwischen Förderorgan und Siebmaschine bzw. Vorlagebehälter und sorgen dafür, dass das System auch bei den Übergabepunkten sauber abgedichtet ist. Über massive, druckdichte Schaugläser aus Lumiglas kann der Siebprozess jederzeit optisch inspiziert werden, ohne dass die Maschine geöffnet werden muss. Damit der Bediener nicht nur im laufenden Betrieb, sondern auch bei der Reinigung der Maschine oder dem Wechseln der Siebeinleger vor entweichenden Stäuben geschützt ist, setzten die Engelsmann-Konstrukteure auf eine Wash-in-Place-Lösung. Rotierende Kegeldüsen im Inneren der Siebmaschine benetzen Siebtrog und -fläche. Durch die Feuchtigkeit bleiben etwaige Produktreste an der Maschine haften und stauben nicht mehr. Der Bediener kann das Sieb nun für die Endreinigung öffnen, ohne der Staubbelastung ausgesetzt zu sein.

Einfaches Handling

Ein einfaches Handling hat nicht nur Vorteile für den Bediener selbst, sondern trägt durch niedrige Stillstandzeiten z. B. bei Inspektion und Wartung direkt zur Wirtschaftlichkeit der Maschine bei. Die in diesem Praxisbeispiel eingesetzten JEL Freischwinger sind dank den jeweils zwei Inspektionsöffnungen, dem aushängbaren Eingreifschutz und den leicht demontierbaren Keilriemen besonders leicht zugänglich, was die Wartung entscheidend erleichtert. Trotz der massiven, druckdichten Ausführung sind die Deckel der Siebmaschine mit einem Gewicht von weniger als 20 kg einfach zu öffnen. Zusätzliche Haltehaken ermöglichen dem Bediener die einfache Aufnahme der Deckel bzw. der ganzen Siebmaschine mithilfe eines Krans. Auch die Vibrationsförderer sollten zu Inspektions- und Wartungszwecken leicht zugänglich sein und sind daher mit einem Fahrwagen und Hebekreuz ausgestattet. So kann der Bediener die Förderer einfach aus ihrer Position herausheben und wegfahren. Da es sich bei dem Aufstellort um einen kompletten Neubau handelte, war Engelsmann von Anfang an in die Gebäudeplanung mit eingebunden. Dabei war vor allem ein intensiver Kontakt mit dem Auftraggeber und auch anderen Lieferanten notwendig, um z. B. die Schnittstellen zu den einzelnen Prozessschritten sauber einzuplanen. Nach der erfolgreichen Auslieferung Ende Dezember trennt nun nur noch ein Erstcheck durch einen Engelsmann-Servicetechniker die Maschinen von der Inbetriebnahme.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: cav0318engelsmann


Autor: Gianluca Bastone

Vertrieb Siebtechnik,

J. Engelsmann



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