Pore. Lexikon Pharmatechnologie - prozesstechnik online

Lexikon Pharmatechnologie

Pore

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Siehe auch: Mikropore.

  1. Kleine punktförmige (geometrische) Integritätsstörung auf einer Oberfläche eines technischen Werkstoffs, z. B. eines Kunststoffs oder einer austenitischen Edelstahllegierung.

    Bei Edelstahlbauteilen treten Poren als feine Lochstrukturen meist im Bereich der Schweißnaht auf, wobei die Porenbildungen zumeist auf Mikroschlackeneinschlüsse (Schlacke) zurückzuführen sind (z. B. durch Heften (Heftstelle) oder von vorhergehenden Schweißlagen). Außerdem treten Porenstrukturen bei Edelstahlbauteilen auch bei Gussteiloberflächen in Form typischer Mikrolunkerstellen (Gusslunker) – meist mit Sand- bzw. ferritischen Einschlüssen bzw. als Mikroseigerungen (Seigerung) – auf.

    Darüber hinaus können Porenstrukturen auch bei stranggepresstem Material aus austenitischen Edelstahllegierungen v. a. in den Schnittflächenbereichen senkrecht zur Längsachse des Profils auftreten. Diese erklären sich aus dem sogenannten „Spaghettieffekt”, welcher auf fehlende Querhomogenität des Materials zurückzuführen ist. Bei längsgeschmiedetem Halbzeugmaterial sind diese Probleme in der Regel nicht zu erkennen.

    Störende Poren oder Pittingeffekte erkennt man fallweise auch bei gezogenen Rohren aus austenitischen Edelstahllegierungen aufgrund lokal eingepresster Schmiermittelträgerpartikel, welche meist chloridischer Natur sind und so bei Anwesenheit von Wasser (Feuchte) auch lokale Lochkorrosionseffekte (Lochfraßkorrosion) auslösen können.

    Bei Polymerwerkstoffen sind Porenbildungen auf Oberflächen und in Schweißnähten in ähnlicher Weise bekannt. Aufgrund des makromolekularen Aufbaus dieser Werkstoffe ist zunächst zu berücksichtigen, dass die einzelnen Stoffe Hohlvolumeneinschlüsse bis zu 2,5 % aufweisen. Im Rahmen der thermoplastischen Verarbeitung (Extrusion, Spritzgießen, Kunststoffschweißen etc.) ist praktisch nicht zu vermeiden, dass lokale Porenbildungen entstehen.

  2. Öffnung von definierter Größe (Porengröße) in einer Membran. Diese Membranen werden zur Filtration genutzt und arbeiten nach einem einfachen Siebeffekt: Alle Partikel, deren Durchmesser größer ist als der Durchmesser der Pore, werden zurückgehalten. Wird angewendet bei der Entkeimungsfiltration mit einem Porendurchmesser von 0,2 µm bzw. bei der Umkehrosmose.

© 2013 – ECV – Lexikon der Pharmatechnologie

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