Chemie und Pharma von ungeordnetem Brexit besonders betroffen

VCI fordert spezielle Übergangslösungen

Unbenannt.jpg
Das Vereinigte Königreich ist der achtgrößte Handelspartner (Schätzung auf Basis der vorläufigen Monatszahlen bis Oktober 2018) Bild: VCI
Anzeige

Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Utz Tillmann, bedauert die Ablehnung des Brexit-Abkommens durch das britische Parlament: „Durch das Votum stehen wir jetzt hart an der Abbruchkante zum ungeordneten Brexit. Ich hoffe sehr, dass die britische Politik trotz der aufgeheizten Stimmung noch eine Möglichkeit findet, den Worst Case zu verhindern. London und Brüssel müssen jetzt im Gespräch bleiben“. Tillmann sieht aber, dass sich beide Seiten nun endgültig auf den Ernstfall eines ungeordneten Brexit vorbereiten müssen: „Die Chemie- und Pharmaindustrie sowie ihre Kunden sind von einem harten Brexit besonders betroffen. Bei einem Zusammenbrechen der Lieferketten reicht der Schaden weit über unsere Branche hinaus. Daher sind spezielle Übergangslösungen unverzichtbar, um die schlimmsten Auswirkungen abzumildern. Das gilt ganz besonders für die Arzneimittelversorgung in Großbritannien“.

Da die Gesetzgebung für chemische Stoffe und Produkte weitgehend europäisch harmonisiert ist, hätte ein ungeordneter Brexit große Nachteile für die Branche. Als Beispiel führt Tillmann die EU-Chemikalienverordnung Reach an. Im Fall eines ungeordneten Brexit dürften chemische Stoffe, die im Vereinigten Königreich für den Vertrieb in der EU registriert wurden, nach dem Austritt nicht mehr ohne Weiteres in der EU verkauft werden. Das hätte gravierende Auswirkungen auf die Lieferketten. Um dies zu verhindern, sollten Registrierungen von Firmen mit Sitz in Großbritannien vorübergehend einseitig in der EU anerkannt werden, appelliert Tillmann an die EU-Kommission.

Er weist zwar darauf hin, dass sich die Unternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie seit Monaten intensiv auf den Brexit vorbereiten, schränkt aber ein, dass durch einen ungeordneten Brexit eine so komplexe Situation entstehen würde , dass sich Unternehmen unmöglich für alle Eventualitäten wappnen könnten.

Das Vereinigte Königreich ist der achtgrößte Handelspartner der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie. Deutsche Unternehmen exportierten 2018 nach Schätzung des VCI Produkte im Wert von 10,2 Mrd. Euro nach Großbritannien und importierten chemische Erzeugnisse für 5,8 Mrd. Euro von der Insel.

Lesen Sie mehr:
Auswirkungen eines ungeregelten Brexits auf die Chemie- und Pharmaindustrie

Anzeige

Powtech Guide 2019

Alle Infos zur Powtech 2019

Newsletter

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

cav-Produktreport

Für Sie zusammengestellt

Webinare & Webcasts

Technisches Wissen aus erster Hand

Whitepaper

Hier finden Sie aktuelle Whitepaper

Top-Thema: Instandhaltung 4.0

Lösungen für Chemie, Pharma und Food

Pharma-Lexikon

Online Lexikon für Pharma-Technologie

Prozesstechnik-Videos

Hier finden Sie alle aktuellen Videos

phpro-Expertenmeinung

Pharma-Experten geben Auskunft

Prozesstechnik-Kalender

Alle Termine auf einen Blick

Anzeige
Anzeige

Industrie.de Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Industrie.de Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Verlag Robert Kohlhammer GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Industrie.de Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Industrie.de Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de