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Objektorientiert und datenbankgetrieben

Engineeringsystem unterstützt intuitives und standortübergreifendes Arbeiten
Objektorientiert und datenbankgetrieben

Ab Beginn der jährlichen Rübenkampagne im September arbeitet eine Zuckerfabrik etwa vier Monate lang rund um die Uhr. Um die Anlagen zu reinigen, zu optimieren und für den nächsten Lauf vorzubereiten, nutzen die Betreiber den Rest des Jahres. Bei dieser vergleichsweise geringen Auslastung ist Effizienz und Zuverlässigkeit entscheidend für den Erfolg. Nordzucker hat aus diesem Grund sein Engineering optimiert.

Nordzucker versorgt mit rund 3300 Mitarbeitern an 18 Standorten in Nord-, Ost- und Mitteleuropa Lebensmittelindustrie, Handel und Verbraucher mit Zucker. Neben dem süßen Stoff produziert der Konzern auch Bioethanol und Futtermittel aus den Rüben. Der Prozess der Zuckerherstellung beginnt mit der Rübenwäsche und läuft über die Zerkleinerung, die Rohsaftgewinnung, Saftreinigung und -eindickung bis hin zu Kristallisation, Zentrifugieren und schließlich Trocknung, Kühlung und Einlagerung. Die dafür notwendigen Antriebe, Sensorik, Heiz-, Kühl- oder Filteranlagen, aber auch das werksinterne Kesselhaus zur autarken Energieproduktion müssen absolut zuverlässig funktionieren.

Nordzucker setzt auf eine moderne, disziplinübergreifende Arbeitsweise, bei der alle Beteiligten im Anlagenentwicklungsprozess auf einer gemeinsamen Datenbasis projektieren. Gleichzeitig verbesserte das Unternehmen seinen Standardisierungsgrad in diesem Bereich und vereinheitlichte seine Tool-Landschaft. Damit gewinnt auch die Datenqualität.
Verwaltung von Massendaten
2004 hatte Nordzucker für seine spezifischen Engineeringanforderungen gründlich auf dem CAE-Markt recherchiert. Die Entscheidung fiel zugunsten von Aucotec und die prozesstechnisch ausgerichteten Software Aucoplan, die bereits R&I-Schema und Elektroplanung auf einer gemeinsamen Datenbasis vereinte. Eine Grundanforderung von Nordzucker. Außerdem erlaubte das System das rein alphanumerische Arbeiten – ein wichtiger Punkt bei der Verwaltung von Massendaten.
„Als uns die Option geboten wurde, auf das modernere Engineering Base umzusteigen, haben wir das an einem Pilotprojekt getestet“, erzählt Jürgen Stock aus dem Bereich Industrial Engineering von Nordzucker. „Die Fähigkeiten von Engineering Base gehen merklich über Aucoplan hinaus. Die Anwender schätzten besonders das intuitive Arbeiten in dem neuen System“, sagt Frank Weishäupl, der ebenfalls im Bereich Industrial Engineering von Nordzucker tätig ist. „Mit dem integrierten Zeichentool Visio haben die meisten ohnehin Erfahrung.“
Die einfache Handhabung ist bei der besonderen Nutzungssituation von Anlagen für die Zuckerherstellung besonders wichtig, weil hier die Ingenieure und Techniker keine tägliche Routine mit dem Engineeringsystem haben. Es gibt immer wieder Phasen, in denen sie ganz andere Aufgaben übernehmen. Das einfache Suchen und Finden über alphanumerische Worksheets (xls-ähnliche Arbeitsblätter) ist ebenfalls ein großer Vorteil, besonders, wenn während der Kampagne jede Minute zählt.
Daten sicher austauschen
Außerdem legt Nordzucker viel Wert auf die Fähigkeit, standortübergreifend Informationen, Shapes und Zeichnungen konsistent austauschen und wiederverwenden zu können. Bislang waren die 18 Standorte quasi „Engineering-Inseln“ ohne einheitliche Arbeitsweise. Einige der Werke sind zudem über 100 Jahre alt. Entsprechend vielfältig ist ihre Dokumentation und entsprechende Altdatenlasten gehören dazu. Dafür bietet Engineering Base – kurz EB – eine besondere Offenheit. Zum Beispiel nimmt das System dokumentierte Anlagenteile auch dann an, wenn sie nicht dem aktuellen Kennzeichnungsstandard entsprechen. Uneinheitliche Namensgebungen kommen bei Nordzucker wegen der langen „Inselhistorie“ der einzelnen Werke durchaus häufiger vor. Mit dem neuen System lassen sich die entsprechenden Komponenten nun dennoch in einer gemeinsamen Datenbank verwalten.
„Fast alle alten Zeichnungen wurden inzwischen migriert, sogar Autocad-R&I konnte EB mit ausreichender Informationsdichte übernehmen“, erzählt Weishäupl. „Zunächst hatten wir die Idee, unser ganz altes Vorvorgängersystem zu behalten, um die darin erarbeiteten Daten nicht zu verlieren. Doch Engineering Base war in der Lage, alles via DXF zu übernehmen.“ Damit sparte Nordzucker sich ein separates Rechnersystem, das mit der parallelen Systemhaltung notwendig geworden wäre.
Eine zentrale Informationsquelle
Der in EB integrierte SQL-Server ist ohne Weiteres in der Lage, sämtliche Informationen zu einem Projekt, in welcher Dateiform auch immer, sicher zu verwalten. So ist die Systemplattform quasi auch Sammelcontainer für alle Fremddaten. Der Austausch ist nicht nur sicherer, sondern auch übersichtlicher. Es gibt nur noch eine Informationsquelle mit einer einheitlichen Struktur. Dank der Netzwerkfähigkeit von EB sind der Austausch vieler Einzeldateien und zeitraubende Auswerteläufe passé. „Für einen höheren Standardisierungsgrad ist die Datenbank von Engineering Base perfekt“, meint Weishäupl. Einmal projektierte Bausteine lassen sich leicht für neue Projekte nutzen. Dazu kommt noch ein komfortables Änderungsmanagement, das neben dem kooperativen Arbeiten auf einer gemeinsamen Basis auch die Mehrfachnutzung von einmal erarbeiteten Daten sicher und übersichtlich macht.
Nicht nur den Datenaustausch sieht Stock als Pluspunkt, auch der Informationsaustausch von Mensch zu Mensch ist ihm wichtig. „Die EB-Experten von Aucotec moderieren unser Forum, auf dem sich die Kollegen aller Standorte regelmäßig über Lösungen und Optimierungsmöglichkeiten austauschen“, erklärt er. Der CAE-Spezialist hilft vor Ort auch bei der Analyse der Datenqualität und bei der Aufbereitung der Daten.
Absprachen und Fehler sparen
Seine xls-Messstellenlisten will Nordzucker noch in die EB-Datenbank übertragen. Die gewünschte Vereinigung von Verfahrens- und Elektrotechnik soll bald in vollem Umfang Wirklichkeit werden. „Engineering Base unterstützt den Fluss vom R&I über die Messstellen ins Detailengineering, also der kompletten Belegung und Verdrahtung, und sogar bis zu unseren Automatisierungssystemen Siemens PCS 7 und ABB 800xA“, sagt der Engineeringexperte Stock.
Das virtuelle Anlagenmodell von EB bietet eine gemeinsame Datenbasis für paralleles, kooperatives Arbeiten von Verfahrenstechnik, EMSR- und Elektrotechnik. Das erspart zeitraubende Absprachen, Missverständnisse und Übertragungsfehler, ergibt also stete Konsistenz der verschiedenen Sichten bei einmaliger Dateneingabe. Darüber hinaus ermöglicht es EB, die für jede Mess- und Stellstelle benötigten Softwarebausteine festzulegen, was allein schon einen enormen Zeitgewinn bedeutet.
Anlagen, zentrale Einrichtungen oder Betriebsmittel lassen sich in beliebiger hierarchischer Tiefe strukturieren, auch bevor grafische Detaildarstellungen existieren. Ein wichtiges Plus bei den Prozessleittechnik-typischen Massendaten ist zudem die rein tabellarische Bearbeitungsmöglichkeit. Für schnellere Auftragsabwicklung, besonders bei der Neu- und Umbauplanung, sorgt das typicalorientierte Vorgehen von EB. Standardvorlagen beschleunigen die Detaillierung der Messstellen inklusive der grafischen Pläne immens. Alle Geräte, Kabel und I/Os des Leitsystems werden anhand der Anlagenstruktur automatisch zugeordnet.
Halle 7, Stand B28
prozesstechnik-online.de/dei0415404
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