Hygienische Big-Bag-Entleerlösung mit integrierter Kontrollsiebmaschine. Sicher, staubfrei, hygienisch - prozesstechnik online

Sicher, staubfrei, hygienisch

Hygienische Big-Bag-Entleerlösung mit integrierter Kontrollsiebmaschine

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Für einen Milchpulver verarbeitenden Lebensmittelhersteller stand eines fest: Um Produkte aus Big Bags künftig sicher, staubfrei und hygienisch in den Produktionsprozess einleiten zu können, musste eine neue Lösung her – inklusive Kontrollsieb. Doch stand für dieses Vorhaben nicht viel Platz zur Verfügung. Dass eine Big-Bag-Entleerlösung mit integrierter Siebstufe auch auf kleinem Raum realisiert werden kann, bewies Engelsmann mit einer Sonderlösung seiner modularen Premiumline.

Um das in Big Bags angelieferte Milchpulver der Produktion zuführen zu können, setzte der Betreiber bisher auf eine einfache Lösung: Über eine Kranbahn mit Lastkreuz wurden volle Big Bags einzeln aufgenommen und über einem Behälter abgelassen. Der Bediener öffnete den Big-Bag-Auslauf und das Milchpulver entleerte sich direkt
in den Behälter. Doch da das Gebinde lediglich staubarm angeschlossen wurde, waren sowohl die Bediener als auch das umliegende Produktionsequipment einer hohen Staubbelastung ausgesetzt.

Das größte Problem bestand jedoch darin, dass das Milchpulver direkt nach der Entleerung dem weiteren Produktionsprozess zugeführt wurde. Auf diese Weise kam es bereits mit dem empfindlichen Produktionsequipment in Berührung, bevor mögliche Fremdkörper abgetrennt wurden.

Aus diesem Grund entschied sich der Anwender dafür, die veralteten Entleerbehälter durch moderne Entleerstationen mit einer integrierten Schutzsiebung auszutauschen. Die Herausforderung: Für das neue System stand nicht mehr Platz zur Verfügung wie für die alten Behälter, die ohnehin schmaler als handelsübliche Entleerstationen waren. Zudem waren sie dicht nebeneinander angeordnet und direkt über den Förderorganen, sodass ihre Position nicht verändert werden sollte. Für die Entleerstation mit Entleerhilfe, integriertem Schutzsieb und Filter blieb den Konstrukteuren von Engelsmann daher nur eine Fläche von 2,5 m².

Viele Funktionen auf wenig Fläche

Die Entleerstation, die der Maschinenbauer aus Ludwigshafen neu installiert hat, basiert auf seiner Premiumline. Um die Anforderungen des Anwenders optimal zu erfüllen, haben die Ingenieure die Module des Systems individuell für den Einsatzzweck angepasst. So ist das Grundgerüst der Entleerlösung z. B. nach oben hin offen ausgeführt. Auf diese Weise kann der Betreiber die Big Bags weiterhin über die Kranbahn zuführen.

Um eine schnelle und restlose Entleerung auch von fetthaltigem Milchpulver gewährleisten zu können, verfügt das System über eine Walkvorrichtung. Diese Entleerhilfe besteht aus jeweils zwei Auflagewangen, auf denen der volle Big Bag aufliegt. Bei pneumatischer Betätigung bewegen sich diese Wangen abwechselnd nach oben und heben je eine Seite des Big Bags an. Brücken werden so aufgebrochen und der gesamte Big-Bag-Inhalt durch den verbesserten Schüttwinkel schnell entleert. Zusätzlich dient die Walkvorrichtung auch als Schutzfunktion, damit keine Big Bags auf die Bediener herunterfallen können.

Da der Betreiber aktuell Big Bags mit einem sehr kurzen Auslauf einsetzt, die Länge aber zukünftig variieren kann, haben die Konstrukteure die Walkvorrichtung höhenverstellbar ausgeführt. Bei einem längeren Auslauf kann sie durch eine Umrüstung nach oben versetzt werden, sodass der Big Bag mit seiner vollen Fläche aufliegt. Dank einem Bedienpodest, kann der Big Bag auch dann noch bequem erreicht werden.

Für einen staubfreien Entleervorgang ist der Anschlussstutzen mit einer Blähmanschette ausgestattet. Nachdem der Big-Bag-Auslauf über die Manschette gestülpt und die Klappschalen geschlossen wurden, wird die Blähmanschette pneumatisch betätigt. Dabei bläst sie sich auf und presst den Big-Bag-Auslauf fest an die Klappschalen, sodass auftretender Staub nicht mehr in die Produktionsumgebung entweichen kann.

Integrierter Probenehmeranschluss

Eine wichtige Anforderung für den Betreiber war es, die Produktqualität des angelieferten Milchpulvers stichprobenartig überprüfen zu können. Zu diesem Zweck sind die unter dem Anschlussstutzen liegenden Entleertrichter jeweils mit einem Verbindungsstück für den Anschluss von Probenehmern ausgestattet. So kann der Betreiber die Produktproben während der Entleerung aus dem Produktstrom entnehmen. Die Entleereinheit ist zusätzlich mit Notschiebern ausgestattet, mit denen sich der Produktstrom jederzeit unterbrechen lässt, beispielsweise bei einem Riss im Siebgewebe.

Über die Entleertrichter und die daran angeschlossene BFM-Manschette fließt das Milchpulver auf die Kontrollsiebmaschine vom Typ JEL Fix. Dieses Vibrationssieb eignet sich dank der flachen Bauweise besonders für den Einbau in bereits bestehende Anlagen. Die Siebeinleger sind in diesem Fall mit einer relativ groben Maschenweite von 4 mm bespannt, sodass in dieser ersten Siebstufe nur größere Fremdkörper abgetrennt werden. Da es bei der Entleerung zu einer stehenden Produktsäule auf dem Siebgewebe kommen kann, ist das Schutzsieb sowohl gas- als auch staubdicht ausgeführt.

Was die Sieblösung im Besonderen auszeichnet ist die Möglichkeit, das System einfach und werkzeuglos demontieren zu können: Die für die Atex-Schutzzone notwendigen Erdungen sind steckbar und einfach zu lösen. Zudem lassen sich die BFM-Manschetten, die das Kontrollsieb mit dem jeweiligen Entleertrichter verbinden, bei Bedarf unkompliziert öffnen. Werden diese Verbindungen gelöst, kann der Siebdeckel mit wenigen Handgriffen nach oben entnommen werden.

Unter der Siebmaschine befindet sich das Übergangsstück zu den bauseitig vorhandenen Förderorganen. Während das Milchpulver durch dieses Übergangsstück fließt, zieht ein Leckagestutzen die Leckageluft aus dem Prozess und führt sie der angebauten Filtereinheit zu. Produktpartikel, die von den Schlauchfilterelementen aus dem Luftstrom abgetrennt wurden, werden bei der Aktivierung der pneumatischen Filterabreinigung von den Elementen gelöst und mithilfe einer Rohrverbindung zurück auf das Schutzsieb geleitet. Auch das Abbinden der Big Bags nach der Entleerung ist dank der Filtereinheit wesentlich komfortabler für den Bediener. Solange der Big Bag noch angeschlossen ist wird er evakuiert, d. h. die Restluft wird mitsamt etwaigen Produktresten abgesaugt. Beim Abbinden oder Zusammenlegen wird so die Staubbildung auf ein Minimum reduziert.

Gemäß den hohen Hygieneanforderungen der Lebensmittelindustrie sind alle produktberührenden Oberflächen aus geschliffenem Edelstahl und verfügen über einer Rautiefe von 0,8 µm. Die Konstruktion ist frei von Toträumen, in denen sich trotz gründlicher Reinigung Produkt festsetzen und verderben könnte. Auch nicht produktberührende Bereiche wie das Außengestell sind dem hygienischen Produktionsumfeld angepasst: Profile aus Rundrohr sowie abgeschrägte Dächer der Außenpfosten und Steuerungskästen verhindern, dass sich Produktreste oder Reinigungsflüssigkeiten ansammeln. Runde Gestellprofile sind zudem einfacher zu reinigen als eckige Verstrebungen mit geraden Auflageflächen.

www.prozesstechnik-online.de

Suchwort: dei0518engelsmann


Autor: Joachim Liedtke

Konstruktion und Entwicklung,

Engelsmann



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